07. 04. 2001 - Wirtschaftsblatt

 
Alfred Heinzel formt neuen Europa Zellstoffriesen

Zellstoff Pöls ist Heinzels Goldesel

Alfred Heinzel, ÖIAG-Aufsichtsratschef und Eigentümer der Papiergruppe Wilfried Heinzel AG, kann zufrieden sein: Die im Vorjahr von Frantschach gekaufte Zellstoff Pöls hat im Jahr 2000 den Umsatz um 30,7 Prozent auf 2,75 Milliarden Schilling. Das EBIT wurde auf 894 Millionen Schilling vervierfacht. Der Jahresüberschuss kletterte von 178 Millionen auf satte 715 Millionen Schilling.
Die Zellstoff Pöls ist aber auch sonst ein Glückskauf. Das Unternehmen ist Österreichs einziger Hersteller von Marktzellstoff. Und es ist Europas einziger Hersteller von Langfaserzellstoff, der für Verpackungs- und Zeitungsdruckpapiere verwendet wird. Sein Glück: Weil die Nachfrage derzeit nachlässt, drosseln Papierkonzerne in den USA und Nordeuropa die Produktion. Die zuletzt hohen Preise bleiben damit stabil.
Heinzel verfolgt mit seiner eigenen Unternehmensgruppe das Ziel, nicht nur im Papierhandel, sondern auch bei der Produktion von Zellstoff zu einem führenden Player in Europa zu werden. Den nächsten Schritt dazu hat er erst vor wenigen Wochen gesetzt.

Übernahme von Biocel

Pöls übernahm das tschechische Zellstoffwerk Biocel. Analysten schätzen den Kaufpreis auf etwa 800 bis 900 Millionen Schilling.
Pöls wird damit einer der grössten Erzeuger von Spezialzellstoffen in Europa. Biocel gehört zu den wenigen Erzeugern von Sulfitzellstoff, der meist für Verpackungspapiere verwendet wird. Das Unternehmen setzte 1999 rund 1,37 Milliarden Schilling um.
Durch den Kauf nähert sich die gesamte Heinzel-Gruppe der Umsatzgrenze von zehn Milliarden.
Der Grund für den Platz am Prometheus-Stockerl: Zellstoff Pöls hat als weltweit erste Zellstofffabrik eine elektronische Kosignationslager-Verwaltung eingeführt. Im Vorjahr wurden bereits zehn Prozent des Umsatzes über dieses System abgewickelt.
 
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